Interview-Reihe Teil 2: Fünf Fragen an … Nils Foerster

Fünf Fragen an Nils Foerster, künstlerischer Leiter der Brotfabrik Berlin

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1) Können Sie uns etwas über Ihre Anfänge im Theater verraten?

Theaterlaufen haben ich in meiner Heimatstadt Braunschweig am Kinder- und Jugendtheater des Staatstheaters, damals noch mit dem wunderbaren Namen „theaterspielplatz“, gelernt. Es war die beste Schule die ich haben konnte: ein Theater wie ein Familienbetrieb, hier war jeder für alles verantwortlich und ich habe dort – schon als Schüler – in fast allen Bereichen des Theaters gearbeitet. Von da an folgten zahlreiche Stationen: kleine und große Häuser, Theaterfestivals und viele eigene Projekte.

2) Wie kam die Partnerschaft mit dem Festival LUXEMBURG IST THEATER zustande?

Ich bin schon seit vielen Jahren ein großer Fan von diesem Festival. Bei „Luxemburg ist Tanz“ kamen wir dann intensiver ins Gespräch und die Idee war geboren, dass eine Produktion im Rahmen des Festivals auch einmal in der Brotfabrik gastieren würde. Als ich dann von den eingeladenen Produktionen hörte, war ich gleich begeistert von „Wilhelm B.“ und wusste, dass diese Produktion wie für die Brotfabrik geschaffen ist!


3) Wie würden Sie das Profil Ihres Hauses beschreiben?

In Berlin sind wir eine der kleinsten Bühnen, zeigen aber mit knapp 300 Aufführungen im Jahr ein riesiges Programm, bei dem manches Mal selbst Kollegen von großen Theatern überrascht sind. Wir haben kein eigenes Ensemble, keine festen Theatermacher, sondern sind ein Ort für freie Theatermacher aus Berlin und weit darüber hinaus. Dabei versuche ich verschiedenste Formen der Darstellenden Künste auf unsere Bühne zu bringen: Schauspiel, Tanz, Performance, Figurentheater, selbst Musiktheater gastieren bei uns – um die 80 verschiedene Produktionen sind in einem Jahr auf unserer Bühne zu erleben. Viele Projekte begleiten wir jedoch schon von Anfang an, es gibt auch eine Reihe von Theatermachern, deren Arbeit wir über mehrere Jahre begleiten und uns auf diese Weise gegenseitig prägen. Immer wieder entstehen bei uns auch Projekte, durch die wir die Theatermacher der freien Szene vernetzen und so ganz neue Projekte und Projektideen bei uns geboren werden. Neben einem vielseitig, gegenwärtigen Abendspielplan habe ich auch das Kindertheater als zweiten Bereich in die Brotfabrik gebracht. Und auch hier begegnet man regelmäßig einzigartigen Theaterperlen die ebenfalls die Vielfalt des Theaters präsentieren!

4) Ihr Haus wird im Rahmen des Festivals LUXEMBURG IST THEATER die Produktion “Wilhelm B.” zeigen. Vor welche besonderen Herausforderungen stellt sie das Gastspiel?

Da wir bei uns nur Gastspiele begrüßen bzw. Kooperationen begleiten, sind wir es gewohnt, Produktionen ein möglich gutes Umfeld zu liefern und ihnen – trotz unserer Größe und den eingeschränkten Mitteln eines freien, ungeförderten Theaters – möglichst alles zu ermöglichen. Oft improvisieren wir dabei, aber umso schöner sind die Ergebnisse. Daher sehen wir weniger „Herausforderungen“, als dass wir große Vorfreude haben! Obwohl es doch eine Herausforderung gibt: Kindertheater hat oft noch immer einen schwierigen Stand beim Publikum – auch beim Fachpublikum. Wer kommt schon auf die Idee und geht – ohne selbst Kinder zu haben – ins Kindertheater? Die meisten denken sich, dass das ja „nur für Kinder“ sei, dabei ist gutes Kindertheater die größte Kunst des Theatermachens – gutes Kindertheater ist schwieriger zu inszenieren, als viele Abendspielplanproduktion. Dabei ist es für alle Zuschauer eine großartige Bereicherung und dabei für jede Altersstufe ein anderes Erlebnis! Daher bin ich gespannt, wie viele Zuschauer ohne Kinder sich zu uns „trauen“ – lohnen wird es sich ganz bestimmt, dieser anarchische Theaterspaß der Compagnie du Grand Boube, die aus Sicht von Kindern und aus Sicht von Erwachsenen ganz unterschiedlich wirkt!

5) Welche anderen Stücke des Festivals planen Sie sich anzuschauen?

Ich hoffe, dass ich neben dem Gastspiel bei uns möglichst viel Zeit finde, das Festival miterleben zu können. Alle Produktionen klingen spannend und ich hoffe, keine zu verpassen! Am letzten Tag geht es auf jeden Fall ins BE, nicht nur, um „Die Demonstration“ zu sehen, sondern auch um bei der anschließenden Feier mit dem luxemburgischen Wein anzustoßen und zu tanzen!

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