Interview-Reihe Teil 1: Fünf Fragen an … Ann Muller

Fünf Fragen an Ann Muller, Leiterin der Kulturabteilung der Botschaft Luxemburg in Deutschland und Leiterin des Festivals „Luxemburg ist …

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1) Wie gut kennen Sie die Luxemburger Theaterlandschaft?

Als Leiterin der Kulturabteilung der Botschaft Luxemburg ist es gegeben, die Szene im eigenen Land zu verfolgen und die neuen Trends zu beobachten. Das ist sehr interessant, besonders in Luxemburg, da sich in den letzten Jahren so unglaublich viel in der Theaterlandschaft getan hat. Es gibt eine spannende und innovative junge Szene, und auch die alteingesessenen Theater bieten ein tolles Repertoire an.

2) Anhand welcher Kriterien wurden die Stücke ausgewählt?

Wir als Organisatoren des Festivals machen keine Stückeauswahl. Einer unserer Partner in Luxemburg, die Theaterfederatioun, hat einen Aufruf an alle Luxemburger Theater und freien Gruppen gemacht, Produktionen inklusive Budget, Gesamtaufwand und Technikplan einzureichen. Jeder konnte mitmachen, Bedingung war, dass es eine deutschsprachige Produktion, möglicherweise noch eine englische sei. Insgesamt wurden elf Stücke angeboten und von der Theaterfederatioun gesammelt.

Diese detaillierte Liste habe ich dann an insgesamt 20 Berliner Theater geschickt, und angefragt, ob sie sich vorstellen könnten, eine dieser Produktionen im Rahmen des Festivals „Luxemburg ist Theater“ bei sich im Haus zu zeigen. Das Feedback war sehr gut und die Theater sehr interessiert.

Letztendlich haben sich sechs Theater entschieden, Partner des Festivals zu werden und eine Luxemburger Produktion im Rahmen des Festivals zu zeigen. Wir als Festivalmacher wählen selber nie aus, weil alle Luxemburger Produktionen die gleiche Chance haben sollen. Wir möchten keinen Einfluss nehmen. Es ist uns ganz wichtig, dass die Berliner Partner mit einem objektiven Blick an die Stücke herangehen und auswählen, welches der Stücke am besten zu Ihrem jeweiligen Haus und Programm passt. Die vorgeschlagenen Stücke waren alle sehr gut, aber die Entscheidung lag ganz bei den Theatern.

3) Auf welche Stücke freuen Sie sich besonders?

Auf alle, da ich viele live auch noch nicht auf der Bühne erleben durfte. Das wird für mich genau so eine Entdeckungsreise sein wie für unsere Zuschauer, und somit wird jeder Abend einzigartig werden.

4) Was erwarten Sie von der Festivalwoche?

Ich freue mich aufs Festival! Die Kultur ist ein gutes Instrument um die Außenwahrnehmung eines Landes positiv zu gestalten. Es ist immer wieder spannend zu sehen, welch unglaublich rege Kulturszene wir in Luxemburg haben, die gemessen an der Größe des Landes ihresgleichen sucht. Dem Berliner Publikum gibt das Festival die Möglichkeit, diese spannende Szene zu entdecken, denn viele haben Luxemburg als Kulturstandort noch nicht auf dem Schirm. Die Kulturszene in ihrer ganzen Breite ist so aufregend, dass sie eine Entdeckungsreise wert ist. Ich wünsche mir natürlich, dass viele diese Chance wahrnehmen werden, während einer Woche Luxemburg in Berlin auf der Bühne zu erleben. Weiterhin soll das Festival auf die Luxemburger Theaterszene aufmerksam machen und nachhaltig wirken. Damit meine ich, dass sich durch das Festival weitere Koproduktions- und Austauschmöglichkeiten ergeben zwischen Berlin und Luxemburg.

5) Die Vorbereitungen für das Festival sind in vollem Gange, was passiert derzeit hinter den Kulissen?

Hinter den Kulissen gibt es erstmal ganz viel Spaß an der Sache. Aber so ein Festival stellt man nicht alleine auf die Beine. Wir arbeiten Hand in Hand mit der Theaterfederatioun und dem Kulturministerium bei der Organisation des Festivals zusammen. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle für die Unterstützung bei unseren Luxemburger Partnern: dem Luxemburger Kulturministerium, der Theaterfederatioun, dem Service Information et Presse, dem Ministère des Affaires Etrangères, dem Tourismusministerium, dem Fond Culturel National, dem Œuvre National de Secours Grande-Duchesse Charlotte, der Luxair, dem Hotel Simoncini, und selbstverständlich allen teilnehmenden Luxemburger Theaterhäusern. Und natürlich auch bei den Berliner Partnern: der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, dem Schlosspark Theater, dem Deutschen Theater, dem Theater an der Parkaue, der Brotfabrik Berlin und dem Berliner Ensemble, ohne die das Festival nicht möglich wäre. Wir Luxemburger haben ja den Ruf sehr gastfreundlich zu sein, aber die Gastfreundschaft unserer Berliner Partnertheater übertrifft alles. Das musste jetzt mal gesagt werden. Ebenfalls bedanke ich mich bei unseren Medienpartnern, dem Diplomatischen Magazin und Berlin Poche. Weiterhin möchte ich auch der Targo Bank für das Sponsoring der Festivaleröffnung danken.

Ich möchte ebenfalls unserem neuen Botschafter, S.E. Georges Santer, für sein Vertrauen und dafür, dass er voll und ganz hinter der Festivalreihe “Luxemburg ist” steht, ganz ausdrücklich danken.

Aber es gibt noch zwei, die ich unbedingt erwähnen möchte: meine beiden wunderbaren Mitarbeiter, Conrad Doberauer und Max Duhr. Danke, ihr seid spitze!

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