Interview-Reihe Teil 7: Fünf Fragen an … Frank Feitler

Fünf Fragen an … Frank Feitler, Intendant der Théâtres de la Ville de Luxembourg

Foto Frank Feitler

1) Können Sie sich noch an Ihren allerersten Theaterbesuch erinnern?

Ich habe mit 7 Jahren zuerst Theater gespielt. Den einzigen Satz, den ich sagen musste habe ich nicht hingekriegt. Ich habe dem Spiel der Anderen zugeschaut und darüber meinen Satz vergessen, außerdem waren da einfach zu viele Zuschauer im Saal. Bei meinem ersten Theaterbesuch war ich 12 Jahre alt. Mit meinem Onkel der Operettenliebhaber war, habe ich Das Land des Lächelns von Franz Lehár mit Rudolf Schock gesehen. Ich war sehr beeindruckt.

2) Was fasziniert Sie am Medium Theater?

Als Zuschauer, die Live-Situation. Als Theatermacher, die Arbeit am Text, die Schauspieler. Besonders die Momente in denen ein Schauspieler Facetten einer Figur entwickelt die man so gar nicht vermutet hätte.

3) Welche Hürden gibt es zu meistern wenn man eine luxemburgische Produktion im Ausland zeigen möchte? 

Zu viele, da die meisten deutschen Theater überhaupt kein Budget für Gastspiele haben. Man ist also auf Festivals angewiesen. Koproduktionen mit den städtischen Theatern sind praktisch nicht durchführbar, weil die deutschen Häuser feste Ensembles haben und wir, ähnlich wie die Franzosen und Belgier, nur mit Gästen arbeiten.

4) Wie kam es zu der Auswahl der Stücke, die Sie für das Festival vorgeschlagen haben?

Schwarze Sonne scheine ist in Luxemburg uraufgeführt worden und so lag es nahe, dieses Stück fürs Festival vorzuschlagen. Der Andersen-Abend ist eine 2-Personen-Produktion, die von Anfang an für eine mögliche Tournee durch Deutschland konzipiert wurde. Was jetzt auch geschieht. Beide Produktionen haben die notwendige künstlerische Qualität um sie außerhalb Luxemburgs zu zeigen.

5) Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Festivalwoche?

Ich habe keine großen Erwartungen. Schön wäre es, wenn das deutsche Publikum nachher aus dem Saal geht und sagt: „In Luxemburg macht man auch gutes Theater.“

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