Interview-Reihe Teil 4: Fünf Fragen an … Ulrich Khuon

Fünf Fragen an Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters

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1) Wie vertraut ist Ihnen die Luxemburger Theaterszene?

Sie ist mir nicht sonderlich vertraut, muss ich gestehen, obwohl wir seit Jahren durch die Mitgliedschaft in der European Theatre Convention (ETC) mit den Théâtres de la ville de Luxembourg und dem Théâtre d’Esch verbunden sind. In diesem Zusammenhang ist vor einigen Jahren unter der Leitung von Armin Petras ein wunderbares Projekt entstanden, das hieß ‚Learning Europe’ und brachte 12 Schauspieler und 6 Regisseure von 6 europäischen Theatern zusammen, aus Luxemburg waren die beiden Schauspielerinnen Valérie Bodson und Josiane Pfeiffer, sowie die Regisseurin Beryl Koltz dabei.

Die Stadt Luxemburg selbst ist uns sehr vertraut, denn wir sind regelmäßig von Intendant Frank Feitler zu Gastspielen nach Luxemburg eingeladen, meist mit drei verschiedenen Stücken an drei verschiedenen Spielorten. Ensemble und Technik sind sich einig, dass Luxemburg ein äußerst angenehmer und gastfreundlicher Gastspielort ist. Umso mehr freut es mich, dass jetzt auch einmal ein Gegenbesuch stattfindet.

2) Ihr Haus wird im Rahmen des Festivals LUXEMBURG IST THEATER die Produktion „Schwarze Sonne Scheine“ zeigen. Vor welche besonderen Herausforderungen stellt sie das Gastspiel?

 Technisch wird es sicher keine Probleme geben. Wir haben für die Produktion  einen attraktiven Spielort gefunden: die Hinterbühne der Kammerspiele, da verbindet sich eine intime Zuschauersituation mit einem großzügigen Bühnenraum. Und wir hoffen natürlich, dass die beiden Vorstellungen am 24. und 25. Oktober ihr Publikum finden werden. Nach der ersten Vorstellung ist übrigens ein Gespräch mit dem Autor Albert Ostermaier geplant, das sicher nicht nur deshalb spannend werden dürfte, weil Ostermaier in seinem Text auf die eigene Biografie zurückgreift.

3) Anhand welcher Kriterien wurde das Stück ausgewählt?

Das hat viel mit dem Autor zu tun und seinem Roman, der dem Stück zugrunde liegt. Er handelt von den traumatischen Erfahrungen eines ehemaligen Klosterschülers, es geht um Verrat und Vertrauensmissbrauch durch einen verehrten Lehrer. Der Roman hat bei seinem Erscheinen vor 2 Jahren einiges Aufsehen erregt, wie man es sich bei diesem Thema vorstellen kann, auch wenn es darin nicht ausdrücklich um sexuellen Missbrauch geht. Albert Ostermaier hat ihn eigens für den Luxemburger Schauspieler Luc Feit in eine monodramatische Form gebracht, ihm den Text  quasi auf den Leib geschrieben, das hat uns interessiert, und die Inszenierung hat uns überzeugt.

4) Welche Erwartungen haben Sie an das Festival?

Das Programm ist eindrucksvoll: Marthaler, Tabori, Ostermaier, Felicia Zeller, das sind Namen, die dürften das Berliner Publikum interessieren, aber auch auf eine so schräge Produktion wie ‚Wilhelm B.’ von der Gruppe Le Grand Boube, die in verschiedenen Sprachen agiert und in der Brotfabrik auftreten wird, darf man gespannt sein.

5) Sind bereits zukünftige Kooperationen mit luxemburgischen oder anderen europäischen Theatern geplant?

Z.Zt. bereiten wir verschiedene Projekte vor, u.a. mit dem Slowakischen Nationaltheater in Bratislava und dem RoTheater in Rotterdam. Und in Luxemburg werden wir im kommenden März mit drei Produktionen gastieren: mit dem Antikenprojekt ‚Ödipus Stadt’, dem Bankerstück ‚Himbeerreich’ von Andres Veiel und Marianna Salzmanns Generationendrama ‚Muttersprache Mameloschn’.

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Interview-Reihe Teil 3: Fünf Fragen an … Kay Wuschek

Fünf Fragen an Kay Wuschek, Intendant des Theaters an der Parkaue, Junges Staatstheater Berlin

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1) Waren Sie schon einmal in Luxemburg?

Ja. Sogar mehr als einmal. Meine Wege führten mich unter anderem nach Esch-sur-Alzette in das wunderbare Theater unter der Leitung von Charles Muller, nach Esch-sur-Sûre auf die Burgruine, durch das Ösling und über Neu-Brasilien durch eine Bank in das Casino Luxembourg – Forum d’art contemporain, um anschließend bei einem guten Glas Luxemburger Mosel-Wein Gromperekichelcher zu probieren.

2) Wie schätzen Sie das Potential der zeitgenössischen luxemburgischen Theaterszene ein?

Ich habe in den letzten Jahren zwar einige Inszenierungen gesehen, aber es wäre übermütig, sich zum Kenner der Luxemburger Theaterszene aufschwingen zu wollen. Ich weiß, dass dieses kleine Land großartige Schauspieler hervorgebracht hat, von Andre Jung bis Vicky Krieps, dass dort eine Leidenschaft für Theater zu finden ist und die Szene als lebendig und vielgestaltig aber auch überschaubar beschrieben werden kann. Ihre Chance liegt in ihrer Vielsprachigkeit und einer internationalen Vernetzung.

3) Hätten Sie sich für das Festival andere Darbietungsformen außerhalb der klassischen Theatersituation (z. B. Live-Performances oder Straßentheater) vorstellen können?

Natürlich wäre ein Auftritt von Catherine Lorent, die mit ihrem diesjährigen Pavillon auf der Biennale in Venedig viele Besucher überzeugte, darunter auch einige Mitarbeiter des THEATER AN DER PARKAUE, eine wunderbare Bereicherung des Festivals, auch wenn ihre Arbeiten eher im Grenzbereich zur Bildenden Kunst angesiedelt sind und sie bereits im Juni in der Bar Babette einen gefeierten Auftritt hatte.

4) Welche anderen Stücke planen Sie sich anzusehen während des Festivals?

Eigentlich so viele wie möglich. Dieses Festival verstehe ich als Geschenk an die Berlinerinnen und Berliner. Ich kann einem Land wie Luxemburg, den Machern und Ermöglichern dieses Festivals nur dafür danken, dass es so etwas gibt, denn selbstverständlich ist es nicht. Dieses Festival als Ort der Begegnung und des Kennenlernens ist etwas Besonderes. Ich freue mich darauf.

5) Wie schafft man es heutzutage als Junges Staatstheater ein jugendliches Publikum zu begeistern?

Das müssen wir uns im THEATER AN DER PARKAUE auch jeden Tag aufs Neue fragen. Und die Antworten dazu finden wir nur, wenn wir in unserer eigenen Arbeit gründlich sind, voller Leidenschaft und unverzagt. Nur so gelingt es uns junge Menschen und Familien für die besondere Kunstform Theater zu begeistern und zu gewinnen. Nur so gelingt es uns mit mehr als 500 Vorstellungen und 30 verschiedenen Inszenierungen über 100 000 Besucher in Berlin sowie auf Gastspielen im In- und Ausland zu erreichen.

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Interview-Reihe Teil 1: Fünf Fragen an … Ann Muller

Fünf Fragen an Ann Muller, Leiterin der Kulturabteilung der Botschaft Luxemburg in Deutschland und Leiterin des Festivals „Luxemburg ist …

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1) Wie gut kennen Sie die Luxemburger Theaterlandschaft?

Als Leiterin der Kulturabteilung der Botschaft Luxemburg ist es gegeben, die Szene im eigenen Land zu verfolgen und die neuen Trends zu beobachten. Das ist sehr interessant, besonders in Luxemburg, da sich in den letzten Jahren so unglaublich viel in der Theaterlandschaft getan hat. Es gibt eine spannende und innovative junge Szene, und auch die alteingesessenen Theater bieten ein tolles Repertoire an.

2) Anhand welcher Kriterien wurden die Stücke ausgewählt?

Wir als Organisatoren des Festivals machen keine Stückeauswahl. Einer unserer Partner in Luxemburg, die Theaterfederatioun, hat einen Aufruf an alle Luxemburger Theater und freien Gruppen gemacht, Produktionen inklusive Budget, Gesamtaufwand und Technikplan einzureichen. Jeder konnte mitmachen, Bedingung war, dass es eine deutschsprachige Produktion, möglicherweise noch eine englische sei. Insgesamt wurden elf Stücke angeboten und von der Theaterfederatioun gesammelt.

Diese detaillierte Liste habe ich dann an insgesamt 20 Berliner Theater geschickt, und angefragt, ob sie sich vorstellen könnten, eine dieser Produktionen im Rahmen des Festivals „Luxemburg ist Theater“ bei sich im Haus zu zeigen. Das Feedback war sehr gut und die Theater sehr interessiert.

Letztendlich haben sich sechs Theater entschieden, Partner des Festivals zu werden und eine Luxemburger Produktion im Rahmen des Festivals zu zeigen. Wir als Festivalmacher wählen selber nie aus, weil alle Luxemburger Produktionen die gleiche Chance haben sollen. Wir möchten keinen Einfluss nehmen. Es ist uns ganz wichtig, dass die Berliner Partner mit einem objektiven Blick an die Stücke herangehen und auswählen, welches der Stücke am besten zu Ihrem jeweiligen Haus und Programm passt. Die vorgeschlagenen Stücke waren alle sehr gut, aber die Entscheidung lag ganz bei den Theatern.

3) Auf welche Stücke freuen Sie sich besonders?

Auf alle, da ich viele live auch noch nicht auf der Bühne erleben durfte. Das wird für mich genau so eine Entdeckungsreise sein wie für unsere Zuschauer, und somit wird jeder Abend einzigartig werden.

4) Was erwarten Sie von der Festivalwoche?

Ich freue mich aufs Festival! Die Kultur ist ein gutes Instrument um die Außenwahrnehmung eines Landes positiv zu gestalten. Es ist immer wieder spannend zu sehen, welch unglaublich rege Kulturszene wir in Luxemburg haben, die gemessen an der Größe des Landes ihresgleichen sucht. Dem Berliner Publikum gibt das Festival die Möglichkeit, diese spannende Szene zu entdecken, denn viele haben Luxemburg als Kulturstandort noch nicht auf dem Schirm. Die Kulturszene in ihrer ganzen Breite ist so aufregend, dass sie eine Entdeckungsreise wert ist. Ich wünsche mir natürlich, dass viele diese Chance wahrnehmen werden, während einer Woche Luxemburg in Berlin auf der Bühne zu erleben. Weiterhin soll das Festival auf die Luxemburger Theaterszene aufmerksam machen und nachhaltig wirken. Damit meine ich, dass sich durch das Festival weitere Koproduktions- und Austauschmöglichkeiten ergeben zwischen Berlin und Luxemburg.

5) Die Vorbereitungen für das Festival sind in vollem Gange, was passiert derzeit hinter den Kulissen?

Hinter den Kulissen gibt es erstmal ganz viel Spaß an der Sache. Aber so ein Festival stellt man nicht alleine auf die Beine. Wir arbeiten Hand in Hand mit der Theaterfederatioun und dem Kulturministerium bei der Organisation des Festivals zusammen. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle für die Unterstützung bei unseren Luxemburger Partnern: dem Luxemburger Kulturministerium, der Theaterfederatioun, dem Service Information et Presse, dem Ministère des Affaires Etrangères, dem Tourismusministerium, dem Fond Culturel National, dem Œuvre National de Secours Grande-Duchesse Charlotte, der Luxair, dem Hotel Simoncini, und selbstverständlich allen teilnehmenden Luxemburger Theaterhäusern. Und natürlich auch bei den Berliner Partnern: der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, dem Schlosspark Theater, dem Deutschen Theater, dem Theater an der Parkaue, der Brotfabrik Berlin und dem Berliner Ensemble, ohne die das Festival nicht möglich wäre. Wir Luxemburger haben ja den Ruf sehr gastfreundlich zu sein, aber die Gastfreundschaft unserer Berliner Partnertheater übertrifft alles. Das musste jetzt mal gesagt werden. Ebenfalls bedanke ich mich bei unseren Medienpartnern, dem Diplomatischen Magazin und Berlin Poche. Weiterhin möchte ich auch der Targo Bank für das Sponsoring der Festivaleröffnung danken.

Ich möchte ebenfalls unserem neuen Botschafter, S.E. Georges Santer, für sein Vertrauen und dafür, dass er voll und ganz hinter der Festivalreihe “Luxemburg ist” steht, ganz ausdrücklich danken.

Aber es gibt noch zwei, die ich unbedingt erwähnen möchte: meine beiden wunderbaren Mitarbeiter, Conrad Doberauer und Max Duhr. Danke, ihr seid spitze!

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